Krisen

Im März 1920 wurde das Berliner Regierungsviertel unter der Führung von General von Lüttwitz besetzt. Der ehemalige preußische Generallandschaftsdirektor wurde zum neuen Reichskanzler ernannt. Dies ging als der Kapp- Putsch in die Geschichte ein. Es folgten Generalstreiks gegen die Putschisten und der Putsch scheiterte.

Ebenfalls im März 1920 fand der Ruhraufstand statt. Brutale bürgerkriegsähnliche Kämpfe zwischen der „Roten Ruhrarmee“ und den Putschisten wurden ausgeübt. Jedoch wurde der Aufstand durch Reichswehreinheiten blutig niedergeschlagen.

 

 

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Ruhraufstand wegen des Kapp-Putsches; Quelle: lemo

 

 

Durch die Oktoberrevolution 1917 in Russland wurde Hoffnung in der KPD geweckt. Es wurde ein Aufstand ausgerufen und die KPD trat in die Regierung von Thüringen und Sachsen ein. Koalitionen mit der SPD wurden vereinbart und die Aufstände wurden durch die Reichswehr beendet.

Separatisten im Rheinland versuchten im Oktober und November 1923 einen Umsturz, durch den das Rheinland eigenständig und unabhängig vom Reich und die wirtschaftliche Not überwunden werden sollte. Die Separatisten wurden zunächst von Franzosen unterstützt, jedoch erfuhren sie nur wenig Unterstützung durch die Bevölkerung. Es bildete sich eine Bürgerwehr und die Separatisten wurden besiegt.

Im November 1923 versuchte der Vorsitzende der NSDAP Adolf Hitler einen Putsch in München zu starten. Er und der völkisch gesinnte ehemalige General des Ersten Weltkrieges Erich Ludendorff wollten die Macht an sich reißen. Daher planten sie einen Marsch auf Berlin, der aber durch die Polizei aufgehalten und beendet wurde.

Der erste Mai war schon seit langer Zeit als Tag der Arbeit oder als Kampftag der Arbeiterbewegung bekannt. Es war Tradition,dass die Arbeiter an diesem Tag für mehr Rechte demonstrierten. Doch seit 1924 waren Demonstrationen am 1. Mai verboten. Die KPD widersetzte sich diesem Verbot jedoch am ersten Mai 1929 und rief trotzdem zu Maikundgebungen auf. Die Polizei ging gegen die Demonstranten mit Schlagstöcken, dann sogar auch mit Maschinengewehren und Panzern vor. Der Mai 1929 wurde daher als Blutmai von Berlin bezeichnet. Die Unruhen ließen erst nach ein paar Tagen nach.

 

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Blutmai in Berlin; Quelle: lemo

 

 

Die schlimmste von allen war die Weltwirtschaftskrise von 1929. In den USA gab es einen großen wirtschaftlichen Boom. Viele Menschen dachten, der Aufschwung werde ewig anhalten und legten ihr Geld nun vermehrt in verschiedene Aktien an. Viele besaßen nicht genug eigenes Vermögen, um an der Börse einzusteigen, weshalb sie sich von den Banken Kredite holten. Es entstand eine Spekulationsblase, die immer weiter anwuchs.
Im Oktober 1929 legte kaum noch jemand etwas an und die Menschen verkauften ihre Aktien, weil der Kurs nicht mehr stieg. Am 24. Oktober brach die Börse in den USA total zusammen. Einen Tag später, dem „Schwarzen Freitag“, erreichte diese Nachricht Europa. Die Kurse fielen weiter ins Bodenlose. Es begann die Weltwirtschaftskrise. Viele Anleger waren nun hoch verschuldet und viele Firmen gingen bankrott. Deshalb nahm die Arbeitslosigkeit extrem zu. Durch diese Krisenstimmung war es einfach für rechtsextreme Parteien, wie die NSDAP von Adolf Hitler, Einfluss zu gewinnen, weil sie den Menschen Arbeit und Aufschwung versprachen.