Nachwirkungen des Ersten Weltkrieges

Am 7. Mai 1919 wurde der Versailler Vertrag unterschrieben, was fur Deutschland bedeutete, dass ihnen die alleinige Kriegsschuld auferlegt wurde, sie ihre Kolonien aufgeben und Gebiete abtreten mussten, zum Beispiel wurde das linke Rheinufer von Alliierten besetzt. Außerdem musste der deutsche „Kriegsverbrecher“ und Ex-Kaiser Wilhelm II. ausgeliefert werden. Das Berufsheer wurde auf 100.000 Mann reduziert und die Wehrpflicht abgeschafft. Weiterhin wurden hohe Reparationszahlungen gefordert, die bekannter Weise für Unmut in der Republik sorgten.

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Karikatur zum Versailler Vertrag; Quelle: Pingu-Mania

Dieser Friedensvertrag von Versailles trat am 10. Januar 1920 in Kraft.
Schnell führte das zu einer sehr angespannte Lage, weil die Reparationszahlungen nicht geleistet werden konnten und Frankreich drohte als Folge dessen mit Besetzungen. Die Regierung stellte   einen Antrag auf Zahlungsaufschub und Währungsstabilisierung durch Goldanleihen. Großbritannien stimmte zu, während Frankreich ablehnte.

Am 12. Januar 1923 stellt die Reichsregierung alle Reparationslieferungen und Sachlieferungen an Frankreich und Belgien ein.

Den Empfehlungen der Reparationskommission folgend, akzeptieren die Regierungen am 25. April 1924 von Großbritannien, Frankreich, Italien und Belgien den Dawes-Plan, der eine Lösung für das Reparationszahlungsproblem bot. Durch den Dawes- Plan und den Finanzkreislauf wurde die Finanzkrise von den USA auf die ganze Welt ausgeweitet.

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Dawes Plan; Quelle: Tages Anzeiger

Die deutsch-polnische Grenze, die 1927 festgelegt wurde, wurde von der Weimarer Republik nicht als offiziell anerkannt und gilt deshalb nur provisorisch.

Durch die angespannte finanzielle Lage waren immer mehr Betriebe gezwungen, Insolvenz anzumeden und sich aufzulösen. Daher stieg die Zahl der in Deutschland registrierten Arbeitslosen am 28. Februar 1929 auf 3,2 Millionen. Bei circa 65 Millionen Menschen, ist das jeder Zwanzigste.

Am 7. Juni 1929 wurde in Paris der Young-Plan unterzeichnet. Er sieht für den Zeitraum von 58 Jahren jährliche Zahlungen in Höhe von rund 2 Milliarden Goldmark vor. Zugleich verzichten die Gläubigerstaaten auf wirtschaftliche Kontrollmöglichkeiten, die ihnen der Dawes-Plan von 1924 noch zugestand. Jedoch lehnte ihn der Reichsausschuss der Landwirte neun Tage später ab. Die Zahlungsverpflichtungen hätten die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft überstiegen.

1930 gab das Statistische Reichsamt bekannt, dass die Spareinlagen der Deutschen rund zehn Milliarden Reichsmark betragen und somit den höchsten Stand seit 1923 erlangt haben. Damit ist der Vorkriegsstand jedoch noch lange nicht erreicht, da es immer noch extrem viele Arbeitrslose gab.

1931 betrug die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland fast fünf Millionen, wobei nur die Hälfte von ihnen durch die Arbeitslosenversicherung abgesichert war. Einige erhielten Mittel aus der Krisenunterstützung, der Rest war auf die Wohlfahrt angewiesen. Die wirtschaftlichen und psychologischen Folgen der Weltwirtschaftskrise (1929) erzeugen eine allgemeine Katastrophenstimmung.

1932 stieg laut Reichsarbeitsministerium in Deutschland die Arbeitslosenanzahl auf 5,7 Millionen Menschen. Jeder dritte Arbeitnehmer war ohne Beschäftigung. Zur Veranschaulichung der Arbeitslosenrate folgt ein Diagramm aus unserer Region in der Zeit von 1926 bis 1937.

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Arbeitslosenrate; Quelle: naumburg-geschichte.de