Verträge

Der Zwei-plus-Vier-Vertrag

Der Vertrag wurde zwischen BRD und DDR –die Zwei – und Frankreich, Sowjetunion, Großbritannien und den USA – die Vier – am 12. September 1990 geschlossen und beseitigte endgültig die Nachkriegsordnung. Der Vertrag sollte maßgeblich zum Frieden in Europa beitragen, so stand darin, dass das vereinte Deutschland alle Landesgrenzen anerkennt und keinerlei Gebietsansprüche erheben wird. Außerdem erklärte Deutschland damit, auf  atomare, biologische und chemische Waffen zu verzichten und die deutschen Streitkräfte auf 370.000 Mann zu beschränken. Sowjetische Truppen worden zudem bis Ende 1994 aus dem Gebiet der ehemaligen DDR, auf dem auch keine Atomwaffen und ausländische Truppen mehr stationiert werden dürfen, abgezogen. Die Siegermächte des zweiten Weltkrieges gaben dem wiedervereinten Deutschland schließlich auch seine volle Souveränität über innere und äußere Angelegenheiten zurück.

 

 

Der Einigungsvertrag

Der Vertrag wurde am 18. Mai 1990 von Vertretern der DDR und der BRD unterzeichnet, mit dem Ziel, dass die DDR der BRD beitritt und Berlin – zu einem der 16 Bundesländer vereinigt – zur Hauptstadt von Deutschland wird.

Infolgedessen trat auch die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion im selben Jahr  in Kraft. Diese beinhaltete unter anderem die einheitliche Währung im vereinigten Deutschland (durch Einführung der D-Mark in der ehemaligen DDR). Dabei wurde das Ersparte und das sonstige Guthaben der DDR- Bürger im Verhältnis 1:1 umgetauscht. Allerdings bis zu einer bestimmten Summe, denn den Bürgern in einem Alter zwischen 15 und 59 war es nur möglich, ein Guthaben bis zu 4000 Mark in die neue Währung in diesem Verhältnis zu tauschen. Bei allem, was darüber lag, betrug der Umtauschkurs ein Verhältnis von 2:1.

Darüber hinaus wurde beschlossen, dass die DDR an Stelle von der Planwirtschaft die sozialistische Marktwirtschaft, sowie das Wirtschafts- und Arbeitsrecht (z.B. Kündigungsrecht) von Westdeutschland übernehmen sollte, welches das Vermögen der DDR übernahm und für deren Schulden haftete.  Außerdem wurden im Zuge der Sozialunion gegliederte Sozialversicherungen im ostdeutschen Gebiet eingeführt.

1989

                                     Quelle: bpb.de         ‌ ‍          ‍ ‎ ‏    ‌ ‍‏Bundespräsident Schäuble und DDR-Staatssekretär Krause unterzeichnen den Einigungsvertrag

 

 

 

Auswirkungen

 Die Folgen der Währungsunion und die Transformation der Planwirtschaft der ehemaligen DDR in die westliche Marktwirtschaft stellten sich, entgegen aller Erwartungen, als verheerend heraus. Die Wirtschaft Ostdeutschlands brach infolge der Reformen zusammen.

 

Kombinaten bzw. Volkseigene Betriebe wurden zunächst von der Treuhandanstalt aufgelöst und auf mittlere bis kleine Betriebe reduziert, was zahlreiche Entlassungen nach sich zog. Viele der Firmen wurde an neue Eigentümer aus dem Westen des Landes verkauft. Dabei entstanden innerhalb von vier Jahren Verluste von 256 Milliarden DM.

 

Für die noch bestehenden Betriebe gestaltete sich der „Neuanfang“ sehr schwierig, denn angesichts der neuen Wirtschaftsform mussten sie sich nun auch auf dem globalen Markt beweisen. Allerdings war der Handel mit dem westlichen Ausland zuvor immer staatlich geregelt worden, sodass die meisten Firmen nicht in der Lage waren, ihre Produkte zu präsentieren.

 

Gleichzeitig brachen die wirtschaftlichen Verbindungen mit den östlichen Ländern, da der RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe in den sozialistischen Ländern), dem  die Deutsche Demokratische Republik angehörte, nicht länger existierte. Dies erschwerte den Händlern, ihre Produkte verkaufen zu können, denn nach der Wiedervereinigung waren westliche Produkte grundsätzlich gefragter als ostdeutsche. So erfuhr der Westen Deutschlands in dieser Zeit einen Wirtschaftsaufschwung, während man im Osten von einer Wirtschaftskrise sprechen kann. Statistiken zufolge erhöhte sich die Exportrate Westdeutschlands in die Ostgebiete um etwa 40%. Im Osten sank diese jedoch dramatisch um 79%. Infolgedessen verloren im Zeitraum von 1990 bis 1995 schätzungsweise 80% der Bevölkerung ihren Arbeitsplatz.

 

Obwohl man versucht hat, diese Krise mit finanzieller Unterstützung Westdeutschlands in den Griff zu bekommen, sind deren Folgen bis heute noch spürbar.

 

 

 


 

Quellen:

bpb.de

de.wikipedia.org